„Ich kann mir nicht denken, dass Politik ohne die lästige Assistenz der Intellektuellen eine geschichtliche Chance hat.“
Max Frisch
Seit über hundert Jahren wird über die Intellektuellen gestritten: „Wer ist einer?“ „Was soll er tun?“ Jedoch: Nirgends kann man bisher die Debattenbeiträge gebündelt lesen, die geschichtsgestaltende Kraft bekommen haben. Dietz Bering hat sie gesammelt: die Gründungsurkunden von 1898: Zola’s „J’accuse“, das sogenannte „Manifest der Intellektuellen“, hier erstmals als Faksimile enthalten. Für die erste Phase der deutschen Intellektuellendebatten findet man u.a. die negativen Voten von Lenin, von Goebbels und die widersprüchlichen Wortmeldungen der Kulturbürger. Alfred Andersch, Max Frisch und Carlo Schmid repräsentieren die Aufbauphase eines endlich positiven Intellektuellenbegriffs nach 1945. Arnold Gehlen und Helmuth Schelsky sind ihre Widersacher. Foucault und Lyotard läuten den Niedergang der Intellektuellen ein. Frank Schirrmacher hält ihn für besiegelt. Rettungsversuche unternehmen Jürgen Habermas, Axel Honneth, Michael Walzer und Barbara Vinken.
