Woher kommen wir?

Die landläufige Meinung hält das Mittelalter für ein Museum vergangener Lebensformen - eine Zwischenzeit, gegen deren Widerstand die Neuzeit Humanismus und Aufklärung allererst durchsetzen musste.

Der genaue Blick der Forschung, zeigt, dass gerade auf dem Höhepunkt des Mittelalters der "Ursprung der Moderne" liegt. Es ist das 12./13. Jahrhundert, das die Neuzeit heraufführt: die Entscheidung für eine alle Weltdeutungen erfassende wissenschaftliche Weltsicht, die Entwicklung einer in der Idee des Individuums zentrierten neuen Form des bewussten Lebens und die Entdeckung der Natur als einer Dimension eigenen Sinns. Dass diese Entwicklung auf der Höhe des Mittelalters einsetzt, ist kein Zufall. Auf dem Hintergrund eines weltgeschichtlich singulären Austauschs der Kulturen kommt es zu einer geradezu dramatischen Begegnung zwischen der christlichen Theologie und der griechisch-arabischen Wissenschaft. Sie bringt die neuen, der Antike fremden Themen auf die Tagesordnung: Freiheit und Kontingenz, Geschichte und Individualität, Natur und Erfahrung.

Woher kommen wir?

Ursprünge der Moderne im Mittelalter

380 Seiten, gebunden
€ 39,90 (D), € 40,90 (A)
ISBN 978-3-940432-28-5

Pressestimmen

»Ludger Honnefelder fahndet nach unseren Ursprüngen im Denken des Mittelalters mit luziden Tiefenbohrungen, die eine bemerkenswerte Dramatik und Spannung im philosophischen Denken des Mittelalters aufzeigen. Was er in profunder Gelehrsamkeit vorlegt, schleift manche liebgewordene Bastion und stellt andere beiseite; es ist spannend zu lesen.«

Ernst-Wolfgang Böckenförde, FAZ 28.11.08