Sehr viel näher als in diesen Tagebuchsätzen kann man einem Autor nicht kommen.
Martin Walser auf der Suche nach Geistesgegenwart und auf einer abenteuerlichen Fahrt in die "Einbahnstraße Zeitgeist, in der der Gegenverkehr geahndet wird". Welche Kriterien bestimmen den Zeitgeist und fungiert der Zeitgeist als mächtiger Schutzpatron der Kritik? Walser fragt: Warum fehlt der Kritik das Selbstbewusstsein mitzuteilen, wie und woraus sie entsteht? Oder muss Kritik nur sich selbst genügen? In seinen beiden Reden Kritik oder Zustimmung oder Geistesgegenwart und Erfahrungen mit dem Zeitgeist aus dem Jahr 2008 zieht der Schriftsteller eine persönliche Bilanz. In dem "Anhang mit Tagebuchstellen von 1957 bis 2004" wird erlebbar, wie der Autor unmittelbar reagiert auf Kritik und Zeitgeist, und wie er damit umgeht. Das Bewusstsein als Ort der Auseinandersetzung. Auch der Auseinandersetzung mit sich selbst.
