Das Buch der Briefe

Wann haben wir unseren letzten drei-, gar fünfseitigen Brief geschrieben? Von Hand?

Briefe sind aufregend, enthalten meist etwas Unerwartetes - warum schriebe man sie sonst? Briefe gehören zur Intimsphäre. Ihr Geheimnis wird im Rechtsstaat geschützt. Im E-Mail-, MSN- oder Chatroom-Zeitalter jedoch wirken Briefe wie Relikte. Doch Senden, Weiterleiten und Empfangen, die großen Verben der Kommunikation, sind Briefverben. Kulturmelancholie scheint jedoch nicht angebracht. Das elektronische Zeitalter führt dazu, dass noch nie zuvor so viel Kommunikation war. Im Brief spiegelt sich Zeitgeist und Alltäglichkeit, Sehnsucht und Not, Liebesverlangen und Resignation. Wenn wir einen Brief öffnen, einen Brief, keine Rechnung, dann weil wir hoffen, dass sich ein Anderer darin uns öffnet. Denn kein Sprachaufwand, kein Worteinsatz, kein Briefwagnis ist zu hoch, um einem anderen, der einem wichtig ist, zu erreichen.

Das Buch der Briefe

Deutschsprachige Briefe aus vier Jahrhunderten

Etwa 360 Seiten, gebunden, mit 12 Abb.
€ 29,90 (D), € 30,80 (A)
ISBN 978-3-940432-25-4