Im „Streit der Fakultäten“ verwirklicht sich die Idee der Universität
Im „Streit der Fakultäten“ – so Kant in seiner Schrift von 1798 – verwirklicht sich die Idee der Universität. Denn in diesem Streit geht es um die Frage, in welcher Weise „Vernunft“ in den verschiedenen Wissenschaften am Werk ist. Nur wenn Wissenschaft und Forschung als Gestalt kritischer Vernunft begriffen werden, gehen nach Kant aus der Universität die Verantwortungsträger eines aufgeklärten Gemeinwesens hervor, kommt „Bildung durch Wissenschaft“ zustande. Diese Idee prägte bereits die Entstehung der Universität im 13. Jahrhundert und sie wurde zum Leitfaden der Universitätsreform durch Wilhelm von Humboldt und seine Mitstreiter. In welcher Weise kann aber in der modernen Wissensgesellschaft noch von „Bildung durch Wissenschaft“ gesprochen werden? Was ist die Antwort auf die „Krise der Wissenschaften“ in der Moderne, die Husserl (1936) auf die Trennung von der Lebenswelt zurückführt? Wird die Lebenswelt durch die sciences „kolonisiert“ (J. Habermas) und der Szientismus zum neuen Konzept einer „Bildung durch Wissenschaft“? Welche Rolle spielen dabei die „Geisteswissenschaften“ und insbesondere die an der Frage nach dem Sinn orientierten Disziplinen der Theologie und Philosophie?
