Der Mensch ist, unabhängig von den Details einer biologischen Evolutionstheorie, zwar ein biologisches Wesen und wird dies auch bleiben, doch die Entwicklung der ersten Homines sapientes zum modernen Menschen kann in biologischen Kategorien nicht angemessen beschrieben werden. Im Laufe dieser Entwicklung haben die Menschen ihre Lebenswelten ständig und nachhaltig verändert, so dass ihre Handlungsspielräume in einzelnen Bereichen wuchsen und in anderen gleichzeitig schrumpften. Hier spielen Selektionsprozesse eine Rolle, bei denen es sich aber nicht um Prozesse der "natürlichen Selektion" handelt. Eine Theorie der Menschheitsentwicklung muss daher auf drei Beinen stehen: der Evolutionsbiologie, den Diamond’schen Bedingungen und den individuellen und gesellschaftlichen Voraussetzungen der Kulturentwicklung.
