„Les Limbes“, 2006 in Paris uraufgeführt und als Buch erschienen, erregte großes Aufsehen. Der Autor war mit seinen Werken „Der neue Geist des Kapitalismus“ und „Soziologie der Abtreibung“ weit über die Fachwelt hinaus bekannt geworden. Mit seiner Kantate betritt Boltanksi religiös-ästhetischen Boden. Er beschreibt die Vorhölle als Ort der Erwartung einerseits und der Selektion andererseits. Denn in der Vorhölle befinden sich Menschen, die darauf warten, ausgewählt und erlöst zu werden. Den Bewohnern der Vorhölle ist jedoch das Objekt der Sehnsucht abhanden gekommen. So beschreibt dieser theologische Begriff für ihn am prägnantesten die gegenwärtige soziale und geistige Lage Europas.
